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ad astra science fiction 082: Das UFO über Wittenbergen 0
[incl. 19% Tax]

 Format: PDF in DIN A4 – 66 Seiten 

Th. Pensator
Die Wahrheit – und nichts als die Wahrheit!   

Inhalt
: 

Das UFO über Wittenbergen (Roman)...................Seite 4
 

STAR WOLF (Comic).................................................Seite 37
Thema: Zeitreisen - und ihre Folgen!Spannend und anschaulich in Szene gesetzt von Andy und Helmut Bone, mit Texten von Wilfried A. Hary.


Torben war wieder bei seiner Oma zu Besuch, wie immer in den Herbstferien. Seine Oma wohnte in einem Vorort von Hamburg, der an der Grenze zu Schleswig-Holstein liegt. Früher war es mal ein Bauerndorf gewesen, heute eine reine Schlafstadt, in der nichts los ist. Aber Torben wollte nicht mit seinen Eltern in den Urlaub fahren, wo er doch nur den ganzen Tag am Strand liegen musste, unter diesem blöden Sonnenschirm. Nein, er blieb lieber bei seiner Oma in Rissen. Wenn der Herbst sich von der besten Seite zeigte und noch ein paar Tage Sonnenschein spendierte, fuhr er meist mit dem Fahrrad an die Elbe, um dort am Hochufer mit den anderen Kindern den Steilhang hinabzurutschen. Dann kam er mit völlig verdrecktem Hosenboden nach Hause, aber seine Oma schimpfte nicht, sondern steckte nur die Hose in die Waschmaschine. Oder er beobachtete vom Elbufer in Wittenbergen aus die großen Containerschiffe, die bei Flut in den Hamburger Hafen aus- oder einliefen. Wie gern wäre er da mitgefahren, nach Kalkutta, New York oder Tokio. Manchmal saß er auch mit anderen Kindern in den Kastanienbäumen und schüttelte sie, bis die reifen oder auch nur die halbreifen Stacheligel vom Baum fielen. Das machte Spaß. Einmal hatte er einen Ast an den Kopf bekommen, den ein Junge von unten geworfen hatte. Aber der Junge wollte ja nicht ihn treffen, sondern die Kastanien. Mit einer dicken Beule am Kopf radelte er nach Hause und ließ sich von seiner Großmutter den kalten Stiel eines großen Silbermessers an die Beule halten. Das kühlte wunderbar. Und am nächsten Tag war Torben schon wieder unterwegs. Man konnte am Stand von Wittenbergen Sandburgen bauen oder auch sonderbare Feuersteine finden. Sein Opa hatte ihm mal erzählt, dass es darunter auch von Steinzeitmenschen behauene Werkzeuge gab. Aber Torben fand immer nur Feuersteine, die keine Spuren frühmenschlicher Bearbeitung trugen. Trotzdem stellte er sich vor, wie die Urmenschen hier am Strand saßen und mit den Feuerkeilen ein Mammut zerlegten. Er träumte davon, am Lagerfeuer zu sitzen und das rohe Fleisch des Mammuts über der Flamme zu braten. Manchmal wurde er vom Rauschen einer Flutwelle aufgeschreckt und konnte noch in letzter Sekunden dem schnell nahenden Wasser entkommen. Wenn die Schiffe am Wittenbergener Anleger vorbeizogen, gab es einen Sog, der erst das Wasser in der Elbe verschwinden ließ, aber dann kehrte das abgezogene Wasser mit einer großen Flutwelle zurück.

Doch am Liebsten saß er bei schlechtem Wetter auf dem Dachboden des Hauses seiner Oma und kramte in den alten Sachen, die dort herumlagen. Er tauchte dann ein in Staub und Spinnweben, um alte Truhen und Schränke zu öffnen. Was da nicht alles zum Vorschein kam. Kalender von 1950, die ersten Ausgaben des Sterns oder des Spiegels, von denen sich sein Opa, als er noch lebte, nicht trennen konnte oder aber auch die Kinderbücher seiner Oma. Eine alte Modelleisenbahn und eine Puppenstube, beide nur noch eingeschränkt verwendbar, holte er aus dem Schrank und baute sie auf. Für die Eisenbahn hätte er einen elektrischen Anschluss benötigt, aber es gab keine Steckdose auf dem Dachboden. Also setzte Torben die Lok auf die Schienen und koppelte die Waggons nach und nach dahinter. Dann versuchte er, den Zug über die Gleise zu schieben. Das gelang aber nicht, da die Lok sich ohne Strom nur widerwillig bewegen ließ. Gedankenverloren koppelte er die Lokomotive wieder von den Wagen ab. Jetzt ließen sich die Waggons leicht über die Schienen rollen. Aber es bereitete ihm keinen richtigen Spaß, denn ohne eine Lok war der Zug kopflos. Überhaupt fehlte die Beleuchtung und auch die Weichen konnten nicht geschaltet werden. Er packte also die Modelleisenbahn wieder in die Kiste und nahm sich die Puppenstube vor. Draußen prasselte immer noch der Regen auf die Dachziegeln und der Herbststurm rüttelte am Haus. Da war es hier drinnen gemütlich. Nachdem er alle Möbel des Puppenhauses platziert hatte und die Puppen an ihren Ort gebracht hatte, betrachtete er die altmodischen Tische, Stühle und Schränke. Ein kleiner Schalter fiel ihm ins Auge. Natürlich musste er ihn sofort betätigen, aber nichts geschah, denn die Batterie an der Rückseite des Puppenhauses hatte längst ihren Geist aufgegeben. Lustlos legte Torben nun auch die Möbel und Puppen wieder in ihre Schachteln und sah sich neugierig auf dem Dachboden um. Da gab es noch viel zu stöbern. Nicht alles durfte er auspacken oder zerlegen. Da waren alte Kleider von seiner Oma und Anzüge von seinem verstorbenen Opa, welche, versehen mit Mottenkugeln, in dem großen Eichenschrank hingen. Aber daran hatte er auch kein Interesse. Eine Kiste mit alten Büchern weckte seine Aufmerksamkeit. Was da wohl alles drin war? Er hob den Deckel der Kiste an und lugte hinein. Obenauf lagen die Kinderbücher von Oma. Dann kamen Schulbücher und Romane, alles fein säuberlich geordnet. Torben stapelte die Bücher neben sich auf dem staubigen Boden auf. Links hatte er die Kinderbücher aufgehäuft, rechts wuchs langsam ein Turm Schulbücher. Neugierig sah er sich ein Erdkundebuch an. Von einigen der dort beschriebenen Ländern hatte er noch nie etwas gehört. Sie waren wohl im Laufe der Zeit verschwunden, in anderen Staaten aufgegangen. Was war das für ein Land: UdSSR? Die Karte zeigte ein riesiges Gebilde, welches von Europa über Asien bis an den Pazifischen Ozean reichte. Heute war dort, das wusste Torben, Russland. Aber Russland war nicht ganz so groß. Nach einiger Zeit legte er das Erdkundebuch ebenfalls auf den Turm mit Schulbüchern. Da würde er später weiter nachforschen können. Aber was gab es noch Neues zu entdecken? Die Kinderbücher von Oma waren auch nicht uninteressant. Er blies den Staub vom Buchdeckel und legte einige spannend klingende Titel schon mal zur Seite. Vielleicht würde er auch noch andere Schätze entdecken. Kochbücher weckten nicht seine Aufmerksamkeit.Mitten in seiner interessanten Tätigkeit hörte er eine leise Stimme von unten. Seine Oma rief nach ihm. Das Mittagessen war fertig. Aber da sah er, ganz unten in der Kiste versteckt, ein Heft. Automatisch griffen seine Finger danach. Er schlug den Deckel des Heftes auf. Es war ein einfaches Schulheft, in welches seine Großmutter handschriftliche Eintragungen gemacht hatte. Torben beugte sich tiefer über die Seite, um die Handschrift seiner Oma entziffern zu können. Wie hatten die damals bloß komisch geschrieben?Heute war ich erneut in der Wittenbergener Heide. In der Nähe des Sandkuhle hatte ich wieder dieses seltsame Gefühl.Torben hatte gar nicht gemerkt, wie seine Großmutter hinter ihn getreten war. Nachdem sie ein paar mal vergeblich gerufen hatte, war sie etwas ärgerlich auf den Dachboden gestiegen, um ihren Enkelsohn zum Essen zu holen.»Komm, Torben, dein Essen wird kalt«, forderte sie ihren Enkel auf. Dann sah sie das Heft in der Hand von Torben.»Nein Torben, leg das weg, dass ist nicht für dich«, sagte sie und nahm ihm das Heft aus der Hand und legte es wieder an seinen Platz in der Bücherkiste. Damit war aber das Interesse von Torben an diesem merkwürdigen Heft mit den Aufzeichnungen seiner Oma nur noch größer geworden. Sollte das Wetter so schlecht bleiben, würde er gleich nach dem Mittagessen wieder auf den Dachboden steigen und in dem Heft weiter lesen. Er musste natürlich unbedingt erfahren, was das unscheinbare Heft für Geheimnisse barg, welche ihm seine Großmutter vorenthalten wollte. Er konnte ja nicht ahnen, dass das Heft tatsächlich ein Geheimnis verbarg, welches man besser für immer ruhen ließ. 

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This product was added to our catalog on Wednesday 26 September, 2007.
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